Eine schwere Erkrankung ruft viele Fragen und Ängste hervor, nicht nur bei dem erkrankten Kind und dessen Familienangehörigen,
sondern auch bei den Mitschülern. Deshalb ist eine altersgemäße Information und Aufklärung der Mitschüler, bei der die Sorgen der
Kinder aufgenommen, Fragen kindgerecht und offen beantwortet und Vorurteile ausgeräumt werden, äußerst wichtig. Je nach
Alter sind für die Kinder ganz verschiedene Aspekte der Krankheit bedeutsam und interessant.
Die Schule für Kranke bietet dazu Heimatschulbesuche an, bei denen ein Lehrer und ein Arzt die Mitschüler über die Krankheit aufklären und konkrete Fragen beantworten. Geplant sind mindestens zwei Heimatschulbesuche pro Patient. Ein erster Besuch gleich zu Beginn der
Erkrankung hilft, den Kontakt zur Klasse gar nicht erst
abreißen zu lassen, präzise Sachinformationen zur Krankheit weiterzugeben
und Spekulationen zu vermeiden. Bei einem zweiten Besuch wird der
Patient nach der Therapie an seinem „ersten Schultag“ zurück in die Schule
begleitet. Die Mitschüler werden über die Belastungen, denen der kranke
Klassenkamerad ausgesetzt war, aufgeklärt. Alle Informationen über das
Befinden des kranken Schülers werden selbstverständlich nur weitergegeben,
wenn die betroffene Familie zustimmt.
Erste Ergebnisse zeigen bereits, wie wichtig es ist, Vorurteile auszuräumen, einen aus medizinischer und pädagogischer Sicht notwendigen Hilfeplan für den rekonvaleszenten Schüler zu erstellen und über ein intensives Gespräch mit Lehrern und Schulleitungen die Wiedereingliederung des erkrankten Schülers zu ermöglichen.